Annäherung

von Orgel, Akkordeon & Stimme.

Mit der Vesper und der Komplet (Stundengebet der Kirche) eröffneten wir die Lange Nacht der Kirche. Den Abschluss machte das Duo Hell und Suchy mit einer mutigen Annäherung von Orgel, Akkordeon und Stimme. Gemeinsam mit uns (Gesang) durften Susanne Hell (Orgel, Gesang) und Christian Suchy (Akkordeon, Gesang) einen tiefgehenden künstlerisch – musikalischen Abend gestalten und haben ein mutiges Programm eigens dafür entwickelt. Durch die ungewöhnliche Kombination von Orgel, Akkordeon und Gesang wurden ungewohnte Pfade beschritten. So trafen Schuberts Leiermann auf leidenschaftlichen Tango Nuevo von Astor Piazzolla, Jazzstandards vermählten sich mit Bachs D Moll Toccata, Arvo Pärts Pari Intervallo beantworteten die Zisterzienserinnen mit einem Gregorianischen Choral. Die sperrigen Harmonien und fließenden Melodien von Federico Mompou brachten die Orgel in eine pulsierende Schwebung. Die größte Herausforderung für die Künstler war es, die Grand Dame (Orgel aus der Werkstatt St. Florian), die auf Grund des plötzlichen Temperaturanstiegs in Hochstimmung war, mit dem Akkordeon zu verschränken. Das Programm musste kurzfristig umgestaltet werden, da zwischen den Instrumenten 6 Herz Stimmungsunterschied lag. Verstimmt oder binaurale Schwingung? Auf dieser Grundlage führten die beiden Künstler Hell und Suchy die Dissonanz experimentell in der Schlussreprise des I. Mompou Stückes ad absurdum. Das Publikum mit seiner deutlich fühlbaren Präsenz hielt gemeinsam mit den Ausführenden den Spannungsbogen und war in herzoffenem Austausch mit der Heiligkeit des sakralen Raumes.