Beim Bibelseminar vom 14. – 17. Mai haben wir uns dieses Jahr mit dem Thema „Gärten in der Bibel“ beschäftigt. Wiederum mit verschiedenen Zugängen wie Vorträgen, einem Bibliolog zur Begegnung Maria Magdalenas mit dem Auferstandenen im Garten, sowie einem Bibliodrama zum Schöpfungsgarten. Verschiedene Pflanzen suchten wir sinnlich zu erleben durch Riechen, Schmecken, Verkosten oder auch durch Meditation eines Bildes.
Ein Garten ist kein Stück „unberührte Natur“, sondern ganz im Gegenteil ein Ertrag der Mühe – dem unbebauten Land abgerungen und der ständigen Pflege bedürftig. Pflanzen und Umzäunen sind die beiden Grundtätigkeiten, und beides zusammen ergibt die Seele des Gartens.
Gärten bergen das Geheimnis des Lebens in sich, das Geheimnis menschlicher Arbeit und göttlichen Geschenks, die beide miteinander zu tun haben und sich doch nicht wechselseitig bedingen. Zugleich weiß der Garten darum, dass er ein Stück Geborgenheit ist, einer lebensfeindlicheren Umwelt abgerungen und immer wieder mit mühe neu zu unterhalten und aufrechtzuerhalten.
Texte aus der Bibel haben uns begleitet.
Eines der schönsten „Gartenkapitel“ der Bibel ist wohl Jes 35.
Darin wird farbenprächtig berichtet, wie die Wüste sich Schritt für Schritt in einen Garten verwandelt.
„Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, / die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, / jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, / die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, / die Pracht unseres Gottes.
Macht die erschlafften Hände wieder stark / und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: / Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! / Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; / er selbst wird kommen und euch erretten.
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, / auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, / die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor / und Bäche fließen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich / und das durstige Land zu sprudelnden Quellen. An dem Ort, wo jetzt die Schakale sich lagern, / gibt es dann Gras, Schilfrohr und Binsen.“


